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Nachlaß Joseph Wulf

 

(1912 – 1974)

 

Bestand B. 2/1

Serie a    Materialsammlungen und Manuskripte

Vorwort

Josef Wulf (1912-1974) war ein Historiker, der seit den 1950er Jahren in Berlin-West lebte und arbeitete. Zuvor war er von 1945-1947 Exekutivmitglied der Zentralen jüdischen historischen Kommission in Krakau und von 1948-1950 in der Leitung der Zentrale für die Geschichte der polnischen Juden in Paris tätig. Bekanntheit erlangte Wulf durch seine Dokumentationen zum Dritten Reich, die er teilweise in Zusammenarbeit mit Leon Poliakov herausgab.

 

 

Nach dem Tode Wulfs im Oktober 1974 übernahm die Jüdische Gemeinde zu Berlin die Haushaltsauflösung. Dabei wurden das Schriftgut und die Sammlungen, u.U. auch die Bibliothek Wulfs von der Jüdischen Gemeinde in die Kellerräume in der Joachimsthaler Straße 13 verbracht. Teile dieses Materials (z.B. die Zeitschrift „Der Spiegel“) wurden an ein Pressearchiv abgegeben, nichtjüdische Zeitungen aus der Zeit zwischen 1933 und 1945 vernichtet. Bei einer Überschwemmung des Kellerraumes durch Wasser der benachbarten Mikwe wurde ein Teil des Materials zerstört.

 

Wohl auf Veranlassung von Rabbiner Nathan Peter Levinson, damals Landesrabbiner von Baden, wurde das verbliebene Material dann nach Karlsruhe, dem Sitz des Oberrates der Israeliten Badens verlagert. Aus Karlsruhe gelangten nach Gründung der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg im Jahre 1979 Teile des Nachlasses dort hin. Als im Herbst 1987 das Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland gegründet worden war, übergab die Hochschule für Jüdische Studien diesem die bei ihr vorhandenen Unterlagen aus dem Nachlass Wulf (Zugänge 87/01 und 88/08). [1] [Später wurden weitere Materialien, die in Karlsruhe zunächst liegen geblieben waren, dem Archivbestand hinzugefügt (Zugang 00/03).]

 

Die 1987 und 1988 übernommenen Unterlagen, die inzwischen als Serie a bezeichnet werden, wurden vom März bis September 1989 von Monika Preuß geordnet und verzeichnet. Dabei sind 434 Einheiten gebildet worden. Als 2004 eine detaillierte Verzeichnung der Zeitzeugenberichte in Angriff genommen wurde, sind die Nummern 109-129 herausgenommen und in die neu gebildete Serie c eingearbeitet worden. Die Serie a hat jetzt einen Umfang von 10 lfm.

 

Heidelberg, im September 1989

Monika Preuß

[Bei der 2014 erfolgten Internet-Veröffentlichung ist das Vorwort von 1989 leicht überarbeitet und aktualisiert worden.]

zur Gliederung Serie a

[1] Beim Sortieren und Verzeichnen der Unterlagen stellte sich heraus, dass mit dem Nachlass Wulf ein kleinerer Nachlass vermischt worden war. Es handelt sich dabei um Unterlagen des Rabbiners Dr. Lothar Rothschild (07. Dezember 1909, Karlsruhe – 1974), St. Gallen. Die beiden Nachlässe müssen an der Hochschule für Jüdische Studien vermischt worden sei, denn die Hochschule hatte in ihren Anfangsjahren die Bibliothek des verstorbenen Rabbiners Rothschild erworben. Unterlagen über den Zeitpunkt des Ankaufs und den Umfang der Bibliothek, den Sammlungen und der übrigen Unterlagen von Rabbiner Rothschild sind an der Hochschule nicht mehr vorhanden. Die beiden Provenienzen wurden so weit als möglich wieder getrennt. Dies war vor allem dadurch möglich, dass Rabbiner Rothschild Bücher, Aufsätze etc. aus seinem Besitz mit seinem Namenszug versehen hatte. Verschiedene Unterlagen wurden ihrem Inhalt nach dem Nachlass Rothschild zugeordnet, z.B. Unterlagen von jüdischen Gemeinden und Verbänden in der Schweiz. Alle Unterlagen nicht geklärter Provenienz wurden im Nachlass Wulf verzeichnet.

 

Titelblatt Nachlaß Wulf
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